wenn man eine Multibracketapparatur, die sogenannte "feste Spange" oder „fixe Zahnspange“ bekommen hat, war das häufig ein langer und anstrengender Termin.

Die „feste Spange“ ist eine sehr gute Apparatur um exakte Zahnbewegungen durchzuführen. Ganz besonders auch wenn die Zähne eine größere Strecke bewegt werden müssen, also z.B. beim Lückenschluss, oder zur Einordnung von Zähnen.

Die ersten Tage mit der neuen Spange

Natürlich ist die Apparatur erst einmal ungewohnt im Mund.
Die Gewebe der Mundhöhle sind aber sehr anpassungsfähig und gewöhnen sich schnell an die neuen Verhältnisse.
Befindlichkeitsstörungen oder Beschwerden in den ersten Tagen sind durchaus normal. Wie diese empfunden werden ist sehr individuell: von "es hat zwei Tage ein bisschen gedrückt" bis zu " ich hatte eine Woche Zahnschmerzen" reichen die Aussagen - und beides ist wahr, denn die Empfindungen der Patienten sind so unterschiedlich wie ihre (noch) schiefen Zähne.

Druckschmerz an den Zähnen ist nicht zu verhindern und lässt von alleine nach. Sollte sich Ihre Tochter / Ihr Sohn außergewöhnlich beeinträchtigt fühlen, kann ausnahmsweise eine Kopfschmerztablette helfen.
Bitte geben Sie keinesfalls „Aspirin“© oder ein anderes Mittel mit Acetylsalicylsäure: es wirkt hier nicht und kann für Kinder und Jugendliche besondere ungewollte Nebenwirkungen haben. Wählen Sie bitte den Wirkstoff Ibuprofen oder auch Paracetamol. Die Dosierung ist abhängig vom Körpergewicht und kann in der Apotheke, beim Kinderarzt oder bei uns erfragt werden.

Leichter wird die Eingewöhnung auch, wenn man in den ersten Tagen auf weichere Kost zurückgreift, wie Suppen, Risotto, Nudeln o.ä. – am besten das, was man besonders mag.

Wenn Wangen, Zunge oder Lippen anfangs die Erhebungen der Zahnspange noch sehr spüren und Scheuerstellen auftreten, können diese oft besänftigt werden, indem man mit dem „Abdeckmaterial“ (Wachs oder Silikon), das mitgegeben wurde, die Spange an der betroffenen Stelle „verkleidet“, so dass sie sich weich und rund anfühlt. Auch diese Scheuerstellen gehen von alleine weg.

Sollte in Ausnahmefällen an der Spange etwas erheblich verbogen sein und stechen, weil es spitz heraussteht, können wir natürlich schnellstmöglich Hilfe leisten.
Als Zwischenlösung ist auch hier das „Abdeckmaterial“ sehr hilfreich.

Scheuerstelle Schutzsilikon

Am Anfang der Behandlung könnte das am ehesten einmal passieren, weil die Anfangsdrähte noch sehr flexibel sind.

Was sollte man beim Essen beachten?

Natürlich muss man sich mit einer festen Zahnspange nicht dauerhaft auf Suppe beschränken!
Nach der kurzen Eingewöhnungsphase, in der weiche Kost leichter zu essen ist, kann man sich wieder völlig normal ernähren.
Sehr hartes, rohes Obst, Gemüse oder Brötchen, etc. bitte in kleine Stücke zerteilen, so dass es nicht wie mit dem berühmten „Biss in den Apfel“ abgebissen werden muss, denn dabei kann die Spange kaputtgehen.
Ganz verzichten sollte man man bitte auf Klebebonbons wie „Maoam“© oder alles, was dem ähnlich ist.
Und Schüttelbrot ist für die Brackets sehr gefährlich! Das macht die Zahnspange kaputt.

Die Zahnpflege ist das Wichtigste!!

Das Zähneputzen ist mit einer Multibandapparatur komplizierter und erfordert zwingend eine besondere Technik. Das haben wir nach dem Einsetzen der Spange gezeigt und zum Nachschauen gibt es auch eine Fotoanleitung zur Zahnpflege.
Bei einer festen Spange führt unzureichende Zahnhygiene sehr schnell zu Zahnfleischentzündungen und sichtbaren bleibenden Schäden an den Zähnen.
Die Spange selbst tut den Zahnoberflächen nichts. Bakterien aber, die sich festsetzen, schaden dem Zahnfleisch und den Zähnen

  • auch und gerade mit der festen Spange sollen die halbjährlichen Zahnarzt-Termine eingehalten werden
  • achten Sie bitte mit auf Häufigkeit und vor allem Sorgfalt bei der Zahnpflege Ihres Kindes.
  • professionelle regelmäßige Unterstützung der Zahnpflege ist sehr sinnvoll und kein unnötiger Luxus.
    Beim professionellen Mundhygienetermin in der Praxis werden Zähne und Spange mit speziellen Mitteln gereinigt und gepflegt.
    Wir empfehlen ausdrücklich, regelmäßig spezielle Mundhygiene durchführen zu lassen.


Wenn doch mal was kaputt ist...

Eine beschädigte feste Spange tut nicht mehr das, was sie soll. Im besten Falle verliert man in der Behandlung Zeit, im schlechtesten Falle können langfristig Schäden an Zähnen und Zahnfleisch auftreten.

Bei „Bruch“ an der Spange deshalb bitte baldmöglichst telefonisch bei uns melden, damit wir wieder alles in Ordnung bringen können.
Eine spezielle Bitte: auch wenn schon ein „normaler Termin“ in den nächsten Tagen ausgemacht ist, bitte informieren Sie uns über die nötige Reparatur. „Überraschungen“ in der Sprechstunde führen zur Beeinträchtigung des Zeitplans und können Wartezeiten in der Praxis zur Folge haben.


Am Schluss: Schöne und gerade Zähne!

Eine kieferorthopädische Behandlung macht Mühe. Auch und gerade dem Patienten.
Diese Mühe und ein paar eventuelle vorübergehende Unannehmlichkeiten werden belohnt mit schönen und geraden Zähnen und mit besserem „Biss“.
Sollte also der Anfang mit der festen Spange ein bisschen ungewohnt sein, ist es gut, an das Ziel zu denken, auf das wir uns alle freuen!