Wer sich kieferorthopädisch behandeln lässt, beweist damit bereits, dass ihm oder ihr schöne, gerade und gesunde Zähne wichtig sind.

Um alle drei Ziele zu erreichen, muss eine feste Zahnspange immer auch an den schwer zugänglichen Stellen gut und gründlich sauber sein. Das klingt komplizierter als es ist.

Wer ein bisschen Geduld mitbringt und Übung bekommt, dem fällt nach kurzer Zeit gar nicht mehr schwer, seine Brackets sauber zu halten.


Die nötigen Mittel sind leicht zu finden und fast überall erhältlich
  • Zahnpasta ist im wahrsten Sinne des Wortes „Geschmackssache“ – gut ist es, wenn man eine Pasta mit Fluoridanteil aussucht, damit gleichzeitig mit der Reinigung auch der Zahnschmelz mit harten Mineralien aufgefüllt wird. Aminfluoride gelten hier als besonders erfolgreich, weil sie gut am Zahnschmelz „andocken“ können.
  • Die Zahnbürste darf auch fast alles sein – nur nicht zu groß!
    Wir empfehlen eine Bürste mit geradem Griff, geraden Borsten, planem Borstenfeld und kleinem Kopf, mit der die weiter unten beschriebene Methode gut durchzuführen ist.
  • Jeder Patient, der eine feste Zahnspange trägt, braucht zusätzlich zu normaler Zahnbürste und Zahnpasta ein Spezialwerkzeug: eine kleine Interdentalbürste, d.h. eine dünne Bürste, die speziell für Zahnzwischenräume gebaut ist.
  • Munddusche (nur mit mittlerem Druck und den Wasserstrahl vom Zahnfleischrand weg oder parallel daran entlang ausrichten, um keine Beläge in den Zahnfleischsaum hineinzuspülen), und fluoridhaltige oder keimreduzierende Mundspülungen gehören nicht unbedingt zur nötigen Grundausstattung. Sie können im Einzelfall hilfreich oder sinnvoll sein.
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  • Schlüssel zum Erfolg bei der Zahnpflege ist Systematik!
    Damit es auch im Halbschlaf morgens oder abends noch klappt, muss ein klares Konzept und eine immer gleiche eingeübte Reihenfolge her. (Zum Beispiel: Außenseiten im Oberkiefer, Unterkiefer; Innenseiten im Oberkiefer, Unterkiefer; Kauflächen; seitliche Bracketränder, Zahnzwischenräume.)

Das kann dann etwa so aussehen:

zahnfleischrand1. Die Zahnbürste schräg (ungefähr 45°) im Bereich von Zahnfleischrand und Zahn oberhalb der Brackets aufsetzen – eigentlich müsste es nämlich nicht „Zähneputzen“ sondern „Zahnfleisch- und Zähne-Putzen“ heißen! Bei den Putzbewegungen wird die Bürste dann kurz hin und herbewegt, die Haare der Bürste bleiben aber fast da, wo sie sind. Bis man die Bürste zur benachbarten Stelle oder dem nächsten Zahn verschiebt.


oberer-bracketrand2. Die Bürste ist immer noch oberhalb der Spange (auf der Zahnfleisch-Seite des Brackets), ist aber jetzt genau umgedreht 45° geneigt, so dass sie den Bereich am Bracketrand, das Bracket und den Zahn erreicht. Die Putzbewegungen sind immer die gleichen: kurz hin und her, die Haare der Bürste bleiben dabei aber fast da, wo sie sind. Dieses „Bewegungs-Kunststück“ ist vielleicht leichter mit einer elektrischen Zahnbürste, weil diese sich von alleine schon bewegt. 


unterer-bracketrand3. Danach fehlt von der Außenseite noch der Bereich unterhalb der Spange (auf der Schneidekanten-Seite des Brackets). Wieder ist die Bürste 45° geneigt aufgesetzt, damit sie nicht an der Bracketfläche hängen bleibt und den Rand und den Bereich unter den Flügelchen auch wirklich erreicht.
Jeder Zahn, der ein Bracket trägt, hat also drei unterschiedliche „Etagen“, die alle drei gesondert erreicht werden müssen.


Die Reinigung der Unterkiefer Zahnreihe folgt dann den gleichen Regeln.

kauflaechen

4. Die Kauflächen und die Innenseiten aller Zähne und das Zahnfleisch in diesen Gegenden kann man reinigen wie immer.



5. Nun gibt es noch seitlich der Brackets und in den Zahnzwischenräumen Bereiche, die trotz der bisherigen Arbeit nicht wirklich sauber sein können, weil die normale Brüste nicht zuverlässig unter den Bogendraht reicht. Hier kommt das Spezialwerkzeug, die Interdentalbürste, zum Einsatz: jeder seitliche Bracketrand soll zum Abschluss mit der kleinen Bürste saubergemacht werden und „die Ritze zwischen den Zähnen“, der Zahnzwischenraum, auch. Vor allem erwachsene Patienten sollten hier auch noch besonders auf die Reinigung eventueller Lücken achten.
Zur Sicherheit, weil die Interdentalbürsten dünn sind und deshalb an ihrem Ende das Zahnfleisch verletzen könnten, benutzt man sie am Besten „mit der Spitze vom Zahnfleisch weg“.

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Zum Schluss mit dem Spiegel kontrollieren, dass alle Speisereste und Beläge entfernt sind.


Dazu noch zwei Tipps:
  • Metall, das sauber ist, glänzt, wenn Licht darauf fällt.
  • Bakterielle Beläge (Bakterien, sog. Plaque) sind weiss und „tarnen“ sich hervorragend in Zahnfarbe. „Weiss“ ist deshalb nicht das Gleiche wie „sauber“ – manchmal sogar gerade das Gegenteil.

Man muss also nur wissen, wie es geht.

Wenn man sich darüber hinaus auch noch regelmäßig mit professioneller Mundhygiene helfen lässt, dann ist es leicht, die Zähne auch mit Brackets immer schön sauber zu haben und gepflegt zu sein.